Samantha Krost-Reuhl | 0178 53 222 05

Rehabilitations- und Präventionstraining

Ausbildung des Reiters

„Niemand kam auf die Welt und konnte schon reiten“

Die Hilfengebung des Reiters

Dem Reiter stehen folgende Hilfen, also Einwirkungsmöglichkeiten auf das Pferd, zur Verfügung: Gewicht-, Schenkel- und Zügelhilfen. Die Reihenfolge spiegelt in diesem Fall eine Prioritätenliste wieder. Keine Hilfe führt für sich alleine zum Erfolg. Erst durch ihr Zusammenwirken wird eine sinnvolle Kommunikation mit dem Pferd möglich.
  • Gewichtshilfen

    Je besser der Reiter im Gleichgewicht bleibt, desto effizienter kann er Gewichtshilfen einsetzen und nutzen. Eine intensive Sitzschulung ist also zu jedem Zeitpunkt der Reitausbildung unabdingbar und sinnvoll. Die Gewichtshilfen werden wie folgt unterteilt: Beidseitig belastend: beide Gesäßknochen werden gleichmäßig belastet. Diese Hilfe wird z.B. im Schritt und Trab auf gerader Linie und bei halben und ganzen Paraden genutzt. Einseitig belastend: der Reiter verteilt sein Gewicht vermehrt auf einen Gesäßknochen. Diese Hilfe wird bei allen gestellten und gebogenen Lektionen benötigt. Entlastend: das Gesäß bleibt im Sattel und der Oberkörper wird je nach Grad der Entlastung leicht vor die Senkrechte genommen. Hierbei werden Hinterhand und Rücken des Pferdes entlastet.

  • Schenkelhilfen

    Die Schenkelhilfen veranlassen die Bewegung des Pferdes und erhalten diese. In der Bewegung pendelt der Rumpf des Pferdes physiologischerweise abwechselnd jeweils etwas nach rechts und links, wodurch rhythmisch die jeweilige anliegende Wade mehr Kontakt zum Pferd bekommt.

    Zum Intensivieren der Schenkelhilfe bedarf es einem Anspannen der Wade. Der Wadenmuskel wird durch „Anheben“ der Fußspitzen (oder einen tiefen Absatz) bewirkt.

    Folgende Schenkelhilfen werden unterschieden:

    Vorwärts treibend: hierbei liegt der Schenkel am Gurt, bzw. eben dort wo das Pferd den treibenden Schenkel annimmt. Diese Hilfe ist immer nötig und daher im Dauereinsatz.

    Vorwärts seitwärts treibend: der Schenkel liegt ein kleines Stück hinter dem Gurt und veranlasst das Pferd das entsprechende Hinterbein oder Vorder-und Hinterbein vorwärts seitwärts überzutreten (Vorhandwendung, Schenkelweichen, etc.)

    Verwahrend: bei dieser Hilfe wird ein Ausweichen der Hinterhand begrenzt oder verhindert und dient somit eine Handbreit hinter dem Gurt als Gegenspieler zur treibenden oder seitwärts treibenden Schenkelhilfe. Nur so bleiben Vorder- und Hinterbeine in einer Spur und treten gleichmäßig an den Zügel heran.

  • Zügelhilfen

    Grundsätzlich sind beide Zügel gleich lang und die Hände geschlossen. Unterarm-Zügel-Pferdemaul ergeben von der Seite gesehen eine Linie, von oben gesehen übrigens auch. Jede Zügelhilfe wird zusammen wird zusammen mit Gewichts- und Schenkelhilfen gegeben, niemals alleine. Wichtigste Grundlage ist eine perfekte Handhaltung und den Anspruch Zügelhilfen so wenig wie möglich einsetzen zu wollen.

    Folgende Zügelhilfen stehen zur Verfügung:

    Annehmen und Nachgeben: stehen immer im Kontext zueinander und werden bei halben und ganzen Paraden, Stellung und Biegung oder Übergängen benötigt.

    Verwahren: ergänzt beim Stellen und Biegen den annehmenden Zügel und muss so viel nachgeben wie innen angenommen wurde.

    Seitwärts weisen: wirkt bei jungen Pferden Weg weisend, mit angenommenem inneren Zügel wird die Hand wenig vom Hals weg genommen in Richtung der gestellten Richtung.

    Durchhalten: nur für Profis

Halbe und ganze Paraden

Eine Ganze Parade führt aus allen Gangarten immer zum Halten und kann nur auf einer geraden Linie erfolgen. Sie setzt sich aus mehreren halben Paraden zusammen. Das Pferd steht auch im Halten vor den treibenden Hilfen, so dass jederzeit in jeder Gangart wieder angeritten werden kann.

Eine halbe Parade ist das Zusammenwirken aller Hilfen, also GEWICHT, Schenkel- und Zügelhilfen und kein einmaliger Vorgang, sondern ermöglicht kontrolliertes Reiten. Das wichtigste an einer halben Parade ist die bei bereits sich andeutendem Erfolg nachgebende Zügelhilfe.

Stellung und Biegung

Die Stellung findet im Genick statt. Die Längsachse (Wirbelsäule) des Pferdes bleibt gerade. Der Reiter sieht von oben das Auge und den Nüsternrand schimmern. Das Pferd ist im Genick verworfen, wenn beide Ohren nicht mehr auf gleicher Höhe sind. Das Gesäß ist beidseits belastet, der innere Zügel angenommen, der äußere verwahrend.

Bei der Biegung ist die Längsachse des Pferdes gemäß der zu reitenden Hufschlagfigur gekrümmt. Die Halswirbelsäule lässt sich sehr leicht biegen, da sie sehr beweglich ist. Die Herausforderung ist die Brust- und Lendenwirbelsäule. Die Hilfengebung ist eine einseitig belastende Gewichtshilfe, ein treibender Schenkel innen, der verwahrende Schenkel außen, ein angenommener Zügel innen und der nachgebende Zügel außen.

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